Netzwerkfestplatten

Netzwerkfestplatten (Network Attached Storage – NAS) werden immer wichtiger, nicht zuletzt sogar im Privatbereich. Sehr viele Haushalte haben inzwischen mehr als einen Heimcomputer. Die Vernetzung ist heutzutage kinderleicht. Netzwerkfestplatten dienen nicht mehr vorrangig als reine Archive, sie sind viel mehr Datenzentren im privaten und professionellen Bereich und verbinden allerlei Multimediageräte (Drucker, Netbooks etc.) miteinander.

Nutzen, Funktionsweise und Anwendung von Netzwerkfestplatten

Sinnvoll ist die Verwendung von einer oder mehreren Netzwerkfestplatten, wenn viele miteinander vernetzte Geräte eine gemeinsame Daten- und Speicherbasis verwenden sollen. Mehrere Computer haben z.b. in einem Netzwerk so simultan auf die gleichen Dateninhalte Zugriff, ohne das diese von einem auf das andere Gerät übertragen werden müssten. Ebenso empfehlen sie sich nach wie vor gemäß ihrer ursprünglichen Funktion als Archiv (Fotos, Musik, Filme) und Datensicherung.

Netzwerkfestplatten im Low-End und Mid-End-Bereich (100 € – 250 €) verfügen nur über eingeschränkte Anzahl und Typen an Anschlüssen, meist handelt es sich kaum mehr, als um eine externe Festplatte mit 1-2 Ethernet-Anschlüssen. Zwar ist dies meist der übliche 100/1000 Mbit/s Fast Ethernet Standard, doch selbst die reale Übertragungsgeschwindigkeit von ca. 15 Mbit/s wird mit solchen Geräten kaum erreicht. Es empfiehlt sich daher bei preiswerteren Modellen auf USB 2.0 Anschlüsse zu achten. High-End-Geräte schaffen mit einem herkömmlichen Fast Ethernet Anschluss immerhin um die 50 MBit/s und bieten zudem mehr als nur 1 Anschluss, sodass man mehr Kombinationsmöglichkeiten hat (weitere Festplatten, Anschluss von Peripheriegeräten). Ein kleiner allgemeiner Nachteil, der allen Netzwerkfestplatten anhaftet, ist der etwas höhere Energieverbrauch. Es empfiehlt sich daher lieber 2,5 Zoll und nicht die größen 3,5 Zoll Modelle zu wählen, auch wenn erstere nicht immer, hinsichtlich Speicherkapazität und Geschwindigkeit, mit den großen 3,5ern mithalten können.

Aktuell gute, preiswerte bis noch erschwingliche Modelle kommen vorwiegend von folgenden Unternehmen: Intradisk (Intradisk Server – 500 GB, ca. 450 €), Synology (Festplatten im Bereich von 300 € – 400 €, auffallend gute Ausstattung und Funktionsumfang (partielle Autonomie hinsichtlich des Datenmanagements)), QNAP (Turbo Station Serie, 400 € – 450 €, sehr schnell, aber hoher Stromverbrauch durch interne CPU), Buffalo (Link Stationserie, sehr guter Funktionsumfang, 250 – 500 GB, jedoch sehr hoher Stromverbrauch, ab 150 €), sowie Maxtor mit preiswerten Modellen (Shared Storage Serie, 320 – 1000 GB, 100 € – 300 €).

Für Durchschnitts- bis fortgeschrittene Nutzer reichen Low-End bis Mid-End Netzwerkfestplatten völlig aus. High-End-Geräte, welche meist, aufgrund der Möglichkeit zur Verwaltung von Netzwerkhierarchien, eigenständige Computersysteme mit eigenem Prozessor darstellen, machen eher für (Klein)Unternehmen Sinn. Hauptaugenmerk bei Netzwerkfestplatten mag auf dem Nutzen als Datensicherungsquelle oder Archiv liegen, seltener die komplette Vernetzung der Heimgeräte. Viele Netzwerkplatten enthalten zudem im Lieferumfang Back-Up-, Festplattendiagnostik Software und interessante Zusatzfunktionen, die das Angebot abrunden.

Foto: Chad Baker | Ryan Mc Vay | Thinkstock Images